Die Kirche Evangelisch St. Ulrich

 

 

Kirche in der Stadt - Kirche für die Stadt

In Augsburg finden Sie uns am Ende der Augsburger Prachtstraße Maximilianstraße und des Ulrichsplatzes. Dort steht unsere Kirche St. Ulrich. Die Straße scheint direkt in die Kirche hineinzuführen. Wenn das Portal der Kirche offen ist - wie im Sommer jeden Tag – dann ist das wie eine Einladung an die Menschen in der Straße und aus der Stadt, hereinzukommen. 

Die Evangelische St. Ulrichskirche ist zusammengebaut mit der Römisch-Katholischen Basilika St. Ulrich und Afra. Dieses Ensemble ist in seiner Art einmalig.

Die Geschichte der Kirchen beginnt im Mittelalter, als die jetzige Ulrichskirche als Vorhalle zur Basilika gebaut wurde. Sie diente Wallfahrern als Kaufstätte und vornehmen Bürgern als Grablege. Als um 1500 die eigentliche Basilika neu gebaut wurde, bekam auch die Ulrichskirche ihr endgültiges Aussehen und wurde Gemeindekirche für Menschen, die um St. Ulrich lebten.

Schon bald nach dem Beginn der Reformation, im Jahr 1526 wurden auch die Ulrichskirche und ihre Gemeinde evangelisch. Die große Basilika nebenan blieb katholische Abteikirche. Bis zum Ende des 30jährigen Krieges musste die Ulrichskirche und ihre Gemeinde allerdings mehrmalige Besitzwechsel verkraften, erst mit dem Westfälischen Frieden wurde die Kirche endgültig evangelisch. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche grundlegend umgestaltet. Ein neuer Dachstuhl und eine gewölbte Stuckdecke wurden eingebaut.

St. Ulrich ist längst nicht nur geschichtsträchtiger Ort oder Symbol für die Ökumene. St. Ulrich ist eine Kirche mitten in der Stadt, die sich öffnet zur Stadt und ihren Menschen. Und so ist St. Ulrich auch Kirche für die Stadt, weil sie die Menschen der Stadt einlädt. Weil sich das Stadtleben sich auch in der Kirche und der Ulrichsgemeinde mit ihren Angeboten wiederfindet.

 

Wahrzeichen der Ökumene

Die gemeinsame Geschichte – mit ihren Höhen und Tiefen – verpflichtet. Beide Kirchen in ihrer „Ver-Wand-schaft“ sind ein Wahrzeichen mitten in der Stadt: den Herausforderungen einer säkularen Gesellschaft gemeinsam zu begegnen, offen für die Stadt, in gelebter Ökumene aus dem Reichtum der Traditionen beider Kirchen.

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Geschichte

1220Erste Erwähnung einer Pfarrgemeinde beim Kloster St. Ulrich und Afra
1457Errichtung einer Gemeindekirche in der Vorhalle zum Kloster der Ulrichsbasilika
ab 1518/19Reformation: Die Gemeinde löst sich zunehmend vom Kloster und nähert sich immer stärker der Lehre Luthers an
1522Bau des Pfarrhofes (nächstes Haus westlich auf dem Kirchhof)
1526Heirat des Pfarrers; die Gemeinde St. Ulrich ist evangelische Gemeinde geworden

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Kunst

Altar St. Ulrich: Als Altarbild empfahl Luther 1530 das Abendmahl und die Psalmworte an den Seiten. Mit dem kleinen Bild der Taufe Jesu (unterhalb) ist der Altar ein betont lutherischer Sakramentsaltar für Taufe und Abendmahl. Das Abendmahlsbild von Johann Heiß 1693 öffnet den Kreis der Jünger zur Gemeinde hin. So ist Platz für jeden am Tisch des Herrn, vielleicht auch für den einfachen Diener im Hintergrund (mit Tuch über der Schulter). Lediglich Judas (im Schatten) hat sich aus dem Kreis selbst gelöst. 2007 restauriert aus Mitteln der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung Augsburg.

 

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Orgel

Von der Orgel des Christoph Leo, die in den Jahren 1721 (Hauptwerk und Pedalwerk) und 1732 (Rückpositiv) mit insgesamt 24 Registern entstand, sind der Prospekt und einige hundert Pfeifen erhalten, letztere allerdings mehrfach umgearbeitet. Ob der Umbau durch den berühmten Instrumentenbauer Johann Andreas Stein 1769 auch eine Veränderung der Disposition brachte, ist nicht bekannt.

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Renovierung 2002-2007

Kurz vor Weihnachten des Jahres 2002 musste die evangelisch-lutherische Kirche St. Ulrich in Augsburg wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. Über vier Jahre lang dauerten die umfassenden Restaurierungsarbeiten, bis die Kirche am 6. Mai 2007 mit einem großen Fernsehgottesdienst feierlich geöffnet werden konnte. St. Ulrich liegt am südlichen Ende der Hauptachse des alten Augsburg, der Maximilianstraße. Sie war bis zur Reformation Teil der alten reichsunmittelbaren Benediktinerabtei St. Ulrich und Afra.

Die Geschichte dieses Teils der Klosteranlage reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Damals war an der Stelle der heutigen Kirche St. Ulrich eine große überdachte Arkadenhalle, die „Ulrichsgred“, durch die die Wallfahrer in die Abteikirche St. Ulrich und Afra gelangten. Im Jahr 1457 mauerte man die Arkaden der Vorhalle zu und richtete in der weiträumigen Vorhalle die Gemeindekirche ein. Die Reformation ließ St. Ulrich und St. Ulrich und Afra zu einer Besonderheit werden: Das Predigthaus bei St. Ulrich wurde Gemeindekirche der 1526 evangelisch gewordenen Gemeinde St. Ulrich. Die Abteikirche St. Ulrich und Afra, zu der nach wie vor ein relativ großer Durchgang war, blieb katholische Klosterkirche. Eine grundlegende Erneuerung zu Beginn des 18. Jahrhunderts machte St. Ulrich zu einem Paradebeispiel für evangelischen Kirchenbau des 17. und 18. Jahrhunderts. Dennoch reichen einzelne Bauteile, wie die Agneskapelle aus dem 12. Jahrhundert, weit zurück.

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