Heilig-Geist-Kapelle

Die Heilig Geist-Kapelle ist unsere zweite Kirche – eine kleine Kapelle direkt neben der Augsburger Puppenkiste in der Spitalgasse. Heilig-Geist ist Teil des großen, alten Spitalgebäudes. Sie war die Kapelle des Spitals. Darum kennen die älteren Augsburger sie noch unter dem Namen Spitalkapelle.

 

Aus der Geschichte der Heilig-Geist-Kapelle

Um 1239 wurde das Heilig-Geist-Spital vor den Mauern gebaut – etwa an der Stelle, an der heute die Schule vor dem Roten Tor steht – außerhalb der Stadt, aber an einer der großen Straßen, die in die Stadt führt. Diese bald größte caritative Einrichtung der Stadt wurde von einer Hospitalstiftung getragen. Bürger hatten Geld gestiftet und damit die Hospitalstiftung gegründet, die bald so wohlhabend war, dass sie eine große Landwirtschaft kaufen konnte. Aus den Erträgen der Landwirtschaft konnte die Stiftung eine eigene Apotheke und eigene Ärzte anstellen und ein Haus für die Pflege von kranken und alten Menschen schaffen. Beim Spital entstand eine kleine Kirche – die Heilig-Geist Kirche. Sie wurde als Kirche der Spitalangehörigen genutzt aber auch als Pfarrkirche der Menschen und der Gemeinde, die sich um diese Kirche und um das Rote Tor angesiedelt hat. Die Spitalstiftung hatte einen eigenen Spitalpfarrer und zwei Kapläne angestellt.

1531 schon wurde in der Kirche lutherisch gepredigt. Die Spitalpfarrei Heilig Geist wurde zu einer der ersten evangelischen Pfarreien in der Stadt. Während des 16. Jahrhunderts zog das ganze Spital einschließlich Spitalkirche von draußen vom Roten-Torwall in die Stadt hinein in die Spitalgasse in einen großen spätgotischen Bau, der dafür errichtet worden war. Um das Jahr 1600 stürzte dieses große Haus teilweise ein. Stadt und Stiftung ließen ab 1625 das Spitalgebäude mit Kirche von Elias Holl neu errichten.

Die Kirche im Erdgeschoß des Spitals war eine große Pfeilerhalle, doppelt so groß wie die heutige Kapelle. 1805 wurde die evangelische Spitalpfarrei aufgelöst und der Pfarrei St. Ulrich angeschlossen. Die Spitalkirche Heilig-Geist wurde Filialkirche von St. Ulrich. Und sie war zu groß geworden. Da das Spital mehr Platz für Krankensäle brauchte, wurde etwa die Hälfte der Kirche durch eine Mauer abgetrennt. Aus der großen Spitalkirche Heilig-Geist war eine kleine aber immer noch beeindruckende und schöne Heilig-Geist-Kapelle geworden. Die Ulrichsgemeinde nutzte die Spitalkapelle als Predigtkirche für die Gottesdienst am Sonntag Nachmittag und für Bibelstunden.

Als 1901 die Evangelische Schule vor dem Roten Tor entstand, wurde die Heilig-Geist-Kapelle Schulkirche für die Lehrer und Kinder dieser Schule, die regelmäßig jede Woche hier ihre Gottesdienste feiern – bis heute und heute wieder.

 

Die Heilig-Geist-Kapelle heute

Heute feiern wir hier unsere Abendgottesdienste jeden Sonntag um 18.00 Uhr, sowie besondere Andachten der evangelischen Ulrichsgemeinde.

Auch Taufen, Trauungen oder Trauergottesdienste finden hier statt.

Vgl. auch diese geschichtliche Übersicht (mit Glockengeläut).